Preise / Preisträger

„Wirtschaft vor Ort“

Genossenschaftsbanken zeichnen Journalistinnen und Journalisten aus

 

Düsseldorf. Zum 14. Mal haben die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Rheinland und Westfalen Journalist*innen für ihre Beiträge zum Thema „Wirtschaft vor Ort“ ausgezeichnet. Die unabhängige Fachjury des Journalistenpreises BlaueBoje prämierte vier Beiträge mit insgesamt 15.000 Euro – vom Onlinespecial über eine Serie in einer Regionalzeitung bis hin zu einer Reportage und einem Bericht in überregionalen Zeitungen.   

„Mit dem Journalistenpreis BlaueBoje wollen die Genossenschaftsbanken Qualitätsjournalismus fördern“, betonte Friedhelm Beuse, Vorstand der Volksbank Münsterland Nord eG, als einer der Ausrichter des Journalistenpreises. „In Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung sind unser Alltag, aber auch Politik und Wirtschaft sehr komplex geworden. Menschen brauchen deshalb Orientierung.  Diese können Journalistinnen und Journalisten geben, die mit großer Fachkompetenz, Faktentreue, Gründlichkeit, Sachlichkeit und Nähe zu den Menschen arbeiten.“

Der Journalistenpreis BlaueBoje der Genossenschaftsbanken in Rheinland und Westfalen wird seit 2004 vergeben. Prämiert werden herausragende Beiträge quer durch alle Medien, die das Thema „Wirtschaft vor Ort“ in seiner Bedeutung transparent machen und der Öffentlichkeit nahebringen. Der nächste Journalistenpreis BlaueBoje startet am 1. Januar 2021 und wird zum ersten Mal bundesweit ausgeschrieben. Weitere Informationen finden Sie unter www.die-blaue-boje.de.

Die Preisträger*innen für das Jahr 2019 sind:

1.Preis: Marta Orosz Oliver Schröm, Christian Salewski, Hans Koberstein, Markus Reichert, Simon Wörpel, Benjamin Schubert, Anne-Lise Bouyer, Ivo Mayr

Grand Theft Europe, Correctiv

Projektbeschreibung


2. Preis: Anne Steven, Brigitte Mikat, Martin Fahlbusch, Irmgard Tappe, Susanne Menzel, Marion Fenner

Serie „Kräht der Hahn auf dem Mist“, Westfälische Nachrichten

Projektbeschreibung


3. Preis: Laura Cwiertnia, Auf der deutschen Protestlinie, DIE ZEIT

Laura Cwiertnia widmet sich den Protesten gegen die geplante deutsche Stromtrasse Südlink.

Projektbeschreibung


Sonderpreis: Jonas Weyrosta, Das Herz der Republik, SZ Magazin

Projektbeschreibung


Der unabhängigen Fachjury gehören unter anderen an: Helmut Dahlmann, freier Journalist und langjähriger Vorsitzender des Journalistenverbandes NRW, Wolfgang Kleideiter, stellvertretender Chefredakteur a. D. der Zeitungsgruppe Münsterland/Westfälische Nachrichten, Yasmin Osman, Redakteurin beim Handelsblatt, Jens Reddeker, Redakteur der Neuen Westfälischen, Anselm Richard, Chefredakteur des Wochenblattes für Landwirtschaft & Landleben, Claudia Schall, Chefredakteurin von Radio Köln, sowie Ulli Tückmantel, Pressesprecher der Bezirksregierung Münster und Chefredakteur a. D. der Westdeutschen Zeitung.

Und so urteilt die Jury:

1.Preis: Marta Orosz Oliver Schröm, Christian Salewski, Hans Koberstein, Markus Reichert, Simon Wörpel, Benjamin Schubert, Anne-Lise Bouyer, Ivo Mayr

Grand Theft Europe, Correctiv

Marta Orosz und ihr Team vom Recherchenetzwerk Correctiv haben zusammen mit 35 weiteren Redaktionen in 30 europäischen Ländern ein Lehrstück zum Thema „Investigativ-Journalismus“ produziert. Thema ist der internationale Umsatzsteuerbetrug durch organisierte Kriminalität, der bisher EU-weit einen Schaden von 59 Milliarden Euro verursachte. Die sehr umfassende und aufwendige Gruppenrecherche ist im besten Sinn investigativ und beschert dem Rezipienten Erkenntnisgewinn über ein wichtiges und komplexes gesamtwirtschaftliches Thema. Dieses ist gründlich recherchiert und wird verständlich erklärt. Orosz und ihre Kolleg*innen appellieren klar an die Politik, endlich zu handeln und Missstände zu beseitigen. Der Beitrag ist zwar ohne eindeutigen lokalen oder regionalen Bezug, dafür aber bedeutend für jeden Bürger und Steuerzahler. In jeder Hinsicht preiswürdig.

 

2. Preis: Anne Steven, Brigitte Mikat, Martin Fahlbusch, Irmgard Tappe, Susanne Menzel, Marion Fenner

Serie „Kräht der Hahn auf dem Mist“, Westfälische Nachrichten

Anne Steven und ihrem Team ist mit der Serie „Kräht der Hahn auf dem Mist“ ‘ein gutes Stück regionaler Aufklärungsjournalismus‘ gelungen, indem sie viele unbekannte Seiten der realen bäuerlichen Landwirtschaft und ihre Herausforderungen schildert. Das ist auch in einem ländlichen Raum wie Ochtrup kein „natürliches“ Wissen der Leserschaft mehr. Anne Steven und ihre Redaktionskolleg*innen beschreiben in ihrer Serie, wie die Landwirte ihre Äcker bestellen, ernten, ihr Vieh versorgen und vieles mehr. Dabei sind sie nah an ihren Protagonisten, fühlen mit ihnen und vermitteln ihren Leser*innen einige unbekannte Seiten des Landlebens. Die Journalist*innen schaffen mit ihrer Serie Verständnis für die Situation der Bauern, die sich häufig zu Unrecht an den Pranger der Klima-Protestler gestellt sehen. Das Thema „Wirtschaft vor Ort“ ist hier gut recherchiert und lebendig aufbereitet worden.

 

3. Preis: Laura Cwiertnia, Auf der deutschen Protestlinie, DIE ZEIT

Laura Cwiertnia widmet sich den Protesten gegen die geplante deutsche Stromtrasse Südlink. Dazu nähert sich die Autorin den Menschen vor Ort, die vom Bau dieses Energiewende-Projektes betroffen wären – von den Befürwortern im Norden, die durch Arbeitsplätze profitieren würden, bis hin zu den „Trassen-Anwohnern“, bei denen sich Widerstand regt. Cwiertnia gelingt es, ein komplexes Thema gut zu recherchieren, nachvollziehbar zu erklären, die Betroffenheit vor Ort zu beleuchten und dabei die Leser*innen zu fesseln. Die Journalistin bleibt sachlich und distanziert und begegnet ihren vielen Gesprächspartner*innen vorurteilsfrei. Zugleich hinterfragt sie die Argumente aber auch und ordnet sie ein – etwa die Frage, ob sich die Energiewende tatsächlich auch dezentral organisieren ließe. Sprachlich ist der Text sehr sorgfältig und sauber aufbereitet, mit schönen bildhaften Vergleichen sowie einer sauberen und klaren Struktur des Textes.

 

Sonderpreis: Jonas Weyrosta, Das Herz der Republik, SZ Magazin

Jonas Weyrosta ist mit der Reportage über das Bonner Bundesbüdchen und seinen Besitzer Jürgen Rausch ein kleines Meisterstück gelungen. Rausch betrieb jahrzehntelang erfolgreich den Kiosk in unmittelbarer Nachbarschaft des Parlaments in Bonn. Die Großen der „Bonner Republik“ waren seine Kund*innen, kauften Zeitungen und belegte Brötchen – von Helmut Kohl bis Joschka Fischer, von Graf Lambsdorff bis Norbert Blüm. Mit dem Umzug von Parlament und Regierung nach Berlin blieben die Kund*innen aus. Das „Bundesbüdchen“ landete auf dem Abfallplatz der Geschichte, soll aber – restauriert – wieder seinen Platz in Bonn finden. Jonas Weyrosta schildert das Schicksal seines Protagonisten und des Kiosks bildhaft und voller Empathie. Die Geschichte von Rausch und seinem Bundesbüdchen ist mehr als nur ein Portrait, es ist eine emotionale, menschelnde Story, eingerahmt in einem historischen Kontext, die letztlich einen Zusammenschnitt von persönlichem Leben, unternehmerischem Schicksal und deutscher Geschichte ergibt. Ehrlich, einfühlsam, charakterisierend und großartig geschrieben.

Der Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V. vertritt die Interessen von rund 2.600 Mitgliedsunternehmen in 14
Bundesländern, die zusammen rund acht Millionen Mitglieder haben. Zudem ist er für seine Mitgliedsgenossenschaften Prüfungs- und Beratungsverband sowie Bildungsträger. Als moderner Dienstleister betreut der Verband Unternehmen aus den Bereichen Kreditwirtschaft, Landwirtschaft, Handel, Gewerbe und Dienstleistungen sowie Energie, Versorgung und Immobilien. Der Genossenschaftsverband hat Verwaltungssitze in Neu-Isenburg, Düsseldorf und Hannover. Dazu kommen die Standorte in Baunatal, Berlin, Forsbach, Leipzig, Münster, Rendsburg und Schwerin.

Preise

Prämiert werden herausragende journalistische Beiträge in Bild, Wort und Ton, die das Thema „Wirtschaft vor Ort“ in seiner Bedeutung transparent machen und der Öffentlichkeit nahebringen. Darüber hinaus wird ein Sonderpreis vergeben, der vor allem freie Journalisten bei der Recherche für Beiträge unterstützen will.

Der Journalistenpreis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert.

Die Preise im Überblick:

1. Preis

5.000 Euro

2. Preis

4.000 Euro

3. Preis

3.000 Euro

4. Preis

3.000 Euro als Sonderpreis

Nominierungen der Jury BlaueBoje 2019

Die Fachjury der BlauenBoje hat in einer Vorauswahl 23 Wettbewerber für das Finale nominiert. Im Juli wird sie die endgültigen Preisträgerinnen und Preisträger auswählen. Die Informationen erhalten Sie nach der Sommerpause Ende September.

Insgesamt 23 nominierte Beiträge

  • David Borenstein: Dream Empire, WDR (Köln)
  • Jürgen Bröker: Zwischen Frust und Aufbruchstimmung/Zukunft der Landwirtschaft: Welche Wege führen Verbraucher und Lebensmittelproduzenten wieder näher zusammen, Westfalenspiegel (Münster)
  • Alexander Demling: Keine Lust auf Risiko, Handelsblatt (Düsseldorf)
  • Egon Koch: Die Kunst, von der Kunst zu leben, Deutschlandfunk (Köln)
  • Petra Krings/Markus Waerder: Nach der Kohle, WDR Lokalzeit Düsseldorf
  • Laura Cwiertnia, Auf der deutschen Protestlinie, Die Zeit (Hamburg)
  • Karin de Miguel Wessendorf: Die Rote Linie – Widerstand im Hambacher Forst, WDR (Köln)
  • Martina Meißner: 125 Jahre Abzahlungsgesetz, WDR, Zeitzeichen (Köln)
  • Martin Mehringer: Bibber & Tina, Manager Magazin (Hamburg)
  • Lisa Oder, Carolin Jackermeier: Interview Prof. Ockenfels, Spotify Podcast
  • Marta Orosz: Grand Theft Europe, Correctiv
  • Florian Rinke: Überwachungsverdacht bei Flaschenpost, Rheinische Post (Düsseldorf)
  • Anne Schweizer: Made in Westmünsterland (Serie), Radio Westmünsterland (Kreis Borken)
  • Peter Sonnenberg: Chinatown im Hunsrück, SWR (Hunsrück)
  • Daniel Sprenger: Realer Irrsinn, NDR (Wipperfürth)
  • Anne Steven: Kräht der Hahn auf dem Mist, Westfälische Nachrichten (Münster/Ochtrup)
  • Patrick Stijfhals, Tanja Reinhard: E-Scooter: Fun oder Fortschritt?, WDR (Köln)
  • Roman Tyborski: Arbeiten am digitalen Fließband, Handelsblatt (Düsseldorf)
  • Volker Votsmeier, Sönke Iwersen, René Bender: Cum-Ex – Der Milliarden-Steuerskandal, Handelsblatt (Düsseldorf)
  • Christian Wermke: Smarter Skalierer, Familienunternehmen des Tages, Handelsblatt (Düsseldorf)
  • Jonas Weyrosta: Das Herz der Republik, SZ Magazin (Bonn)
  • Kathrin Witsch: Das Problem mit der Windkraft, Handelsblatt (Düsseldorf)
  • Tina Zeinlinger, Matthias Rutkowski: Money Master – So geht Geldanlage für Berufseinsteiger, Wirtschaftswoche (Düsseldorf)

Inhalte

Jürgen Bröker: Zwischen Frust und Aufbruchstimmung/Zukunft der Landwirtschaft:
Welche Wege führen Verbraucher und Lebensmittelproduzenten wieder näher zusammen, Westfalenspiegel

Der Autor wirft einen gründlichen Blick auf das gesellschaftlich viel diskutierte Thema Tierwohl in der Landwirtschaft und analysiert, unter welchen ökonomischen Bedingungen und in welchem Ausmaß sich Landwirte mehr Tierwohl leisten können. Für seine Analyse zieht der Autor zahlreiche unterschiedliche Quellen heran: Bio-Bauern mit Direktvermarktung, einen veränderungswilligen konventionellen Landwirt, Wissenschaftler, Statistiken.

David Borenstein: Dream Empire – Chinas Immobilienblase, WDR

Die Kehrseite des für hiesige Verhältnisse kaum vorstellbaren Baumbooms in China, wo binnen weniger Jahre Megastädte aus dem Boden gestampft werden. Dies wird über einen langen Zeitraum erzählt am Beispiel der jungen Frau Yana, die zunächst erfolgreich an den aberwitzigen Werbekampagnen für den Wohnungsverkauf mitwirkt und sich am Ende enttäuscht vom System abwendet.

Laura Cwiertnia: Auf der deutschen Protestlinie, Die Zeit

Ein in die Tiefe gehender Beitrag über den sich quer durch Deutschland ziehenden Protest gegen das Energiewende-Projekt Südlink. Der regional ganz unterschiedlich gelebte Widerstand gegen die Trasse steht exemplarisch für eine zunehmend misstrauische Gesellschaft.

Alexander Demling, Keine Lust auf Risiko, Handelsblatt

Aufarbeitung des für die deutsche Wirtschaft zentralen Themenkomplexes Nachfolge/Neugründung. Dieser heroisiert nicht nur alte und bekannte "Haudegen" und Patriarchen, sondern auch die heutigen Fragen und Herausforderungen.

Karin de Miguel Wessendorf: Die rote Linie – Widerstand im Hambacher Forst, WDR

Der zweistündige Film dokumentiert den anfangs von wenigen und dann von immer mehr Menschen aktiv getragenen Protest gegen die Weiterführung des Braunkohletagebaus im rheinischen Revier. Dabei begleitet die Dokumentarfilmerin über viele Jahre hinweg hautnah Gegner und Aktivisten und bezieht selbst Position.

Egon Koch: Die Kunst, von der Kunst zu leben, DLF

Der Beitrag lebt davon, dass  Künstler mehr oder weniger ihre Finanzlage offenbaren. Zuhörer erhalten durch den Autor also Insider-Wissen. Die junge Künstlerin sagt ehrlich, wie prekär die Einnahmesituation in ihrem Hauptberuf ist. Sie schildert glaubhaft ihre Motive, die sie an der Kunst festhalten lassen, sagt aber auch, wie sie sich anderweitig über Wasser hält. An ihrem Beispiel sowie durch Interviews mit Marktkennern und der Kulturstaatsministerin wird der wirtschaftliche Ist-Zustand für (erfolglose) Künstler in Deutschland erläutert.

Petra Krings/Markus Waerder: Nach der Kohle, WDR Lokalzeit Düsseldorf

Die fünfteilige Serie rund um den Ausstieg aus der Braunkohlenutzung im rheinischen Revier greift in jedem der jeweils etwa fünf Minuten dauernden Filme einen speziellen Teilbereich des Transformationsprozesses im Braunkohlerevier auf. Dabei geht es sowohl um das Menschliche als auch im Besonderen um die ökonomischen Folgen für die Region.

Martin Mehringer: Bibber & Tina, Manager Magazin

Ein Porträt der CEO Tina Müller und ein Zustandsbericht der Firma Douglas.

Martina Meißner: 125 Jahre Abzahlungsgesetz, WDR, Zeitzeichen

Anhand einer Spielanleitung werden die Besonderheiten und Risiken des kreditfinanzierten Konsums erläutert. Abgesehen von der Information über die Geschichte des Verbraucherschutzes im Kreditwesen werden die Risiken und die Stolperfallen bei Kreditfinanzierungen aufgezeigt.

Lisa Oder, „Interview Prof. Ockenfels“ (CO2-Bepreisung), Spotify Podcast

Zwei Studentinnen stellen das schwierige Thema CO2-Bepreisung dar und bieten Einblicke in die Ökonomie des Klimaschutzes.  

Marta Orosz: Grand Theft Europe, Correctiv

Gruppenrecherche von Journalisten, wie Steuermillionen durch kriminelle Banken verloren gehen.Die Autoren erläutern die Betrugsabläufe anhand der Handlungen und Entwicklungen von beteiligten Kriminellen und ihren persönlichen Geschichten.

Florian Rinke: Überwachungsverdacht bei Flaschenpost, Rheinische Post

Einblick in die Welt eines (ehemaligen) Start-up-Unternehmens. Die stark expansiven Tendenzen und die Kundenversprechen des Getränkelieferers lassen sich nur realisieren, wenn das Personal optimal „funktioniert“. Dafür werden alle Möglichkeiten des Kostensparens genutzt.

Anne Schweizer: Made in Westmünsterland (Serie), Radio Westmünsterland

„Hidden Champions“ sind immer wieder ein schönes Thema. Anne Schweizer konzentriert sich auf die „Hidden Champions“ im Münsterland und lässt die völlig unbekannten Weltmarktführer aus dem ländlichen Raum zur Sprache kommen.

Peter Sonnenberg, Chinatown im Hunsrück, SWR

Chinatown im Hunsrück. Peter Sonnenberg beleuchtet aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln die größte Ansiedlung chinesischer Firmen in Europa im Hunsrück: 600 Chinesen unter 3.000 Dörflern.

Daniel Sprenger, Realer Irrsinn, NDR

Thema: die europäische Vergaberichtordnung. Daniel Sprenger zeigt in seinem Extra3-Beitrag, welchen Schildbürgerstreich sie zur Folge haben kann. Sein Beispiel: Der Markt in Wipperfürth soll neu gepflastert werden mit für das Bergische Land regionaltypischer Grauwacke. Dafür kommt der Stein aus Indien.

Anne Steven: Kräht der Hahn auf dem Mist, Westfälische Nachrichten

Anne Steven schildert in ihrer Serie viele unbekannte Seiten der realen bäuerlichen Landwirtschaft mit ihren Herausforderungen. Das ist auch in einem ländlichen Raum wie Ochtrup kein „natürliches“ Wissen der Leserschaft mehr.

Patrick Stijfhals: E-Scooter: Fun oder Fortschritt?, WDR

Der Beitrag „E-Scooter: Fun oder Fortschritt?“ wirft am Beispiel der Städte Herne und Köln Schlaglichter auf Glanz und Elend der elektrischen Mikro-Mobilität. Dabei zeigt er durchaus Chancen und Probleme auf: Er schildert das problematische Unternehmertum des Scooter-Einsammlers Gerome, die fast unbegrenzte Ahnungslosigkeit der Nutzer und den unerschrockenen Optimismus des Herner Oberbürgermeisters Dudda.

Roman Tyborski, Arbeiten am digitalen Fließband, Handelsblatt

Der Beitrag wirft ein Schlaglicht auf eine Schattenseite der Digitalisierung, das „Clickworking“ als digitale Tagelöhnerei, für die Auftraggeber und Nutznießer keinerlei Verantwortung übernehmen.

Volker Votsmeier, Sönke Iwersen, René Bender: Cum-Ex – Der Milliarden-Steuerskandal, Handelsblatt

Der Begriff Cum-Ex steht für einen der größten Steuerskandale der Bundesrepublik überhaupt. Dabei wechselten Aktien mit (cum) und ohne (ex) Dividendenanspruch mehrfach in kürzester Zeit den Besitzer. Die Beteiligten ließen sich dann die Kapitalertragsteuer mehrfach vom Fiskus erstatten, obwohl sie nur einmal abgeführt wurde. Steuerfahnder und Staatsanwälte waren über Jahre damit beschäftigt, die kriminellen Machenschaften aufzudecken und Strafverfahren einzuleiten. In mehreren Artikeln beschäftigen sich die drei Autoren mit wechselnden Aspekten des Steuerskandals, der längst noch nicht endgültig aufgearbeitet ist.

Christian Wermke: Smarter Skalierer, Familienunternehmen des Tages, Handelsblatt

Unternehmer-Porträt über Arne Schmidt, der sein Spielhallen-Portfolio um eine Fitnesskette und den Einstieg in die Hotellerie erweitert – und damit seine unternehmerische Strategie systematisch auf mehrere Standbeine setzt.

Jonas Weyrosta: Das Herz der Republik, SZ Magazin

Weyrosta hat mit „Das Herz der Republik“ einen  Text über das Schicksal des „Bundesbüdchens“ vor dem früheren Bonner Bundestags und seines Besitzers Jürgen Rausch geschrieben.

Kathrin Witsch: Das Problem mit der Windkraft, Handelsblatt

Witsch hat eine Zusammenschau der aktuellen Probleme des Windkraftausbaus in Deutschland geschrieben, der praktisch zum Erliegen gekommen ist.

Tina Zeinlinger und Matthias Rutkowski: Money Master – So geht Geldanlage für Berufseinsteiger, Wirtschaftswoche

Tina Zeinlinger begibt sich in der Serie als Berufsanfängerin auf die Reise des sinnvollen Sparens mit kleinen Summen in Richtung Geldanlage – um frühzeitig für ihre Zukunft vorzusorgen. Begleitet werden die „Selbsterfahrungs-Berichte“ mit Podcasts, die von Matthias Rutkowski moderiert werden.

„Dieser Preis animiert seit Jahren nicht nur einzelne Journalisten, sondern sogar komplette Redaktionsteams, lokale und regionale Wirtschaftsthemen stärker in den Fokus zu nehmen. Sie machen Abstraktes konkret, schaffen Transparenz, Nähe und auch ein tieferes Verständnis.“

Wolfgang Kleideiter, Chefredakteur a.D., Zeitungsgruppe Münsterland Westfälische Nachrichten & Partner, Jurymitglied.